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„Zurück in die Stadt“
Die „Renaissance“ der Innenstadt beginnt in Deutschland in den 1970er Jahren. Dazu führten beispielsweise das europäische Denkmalschutzjahr 1975, der Paradigmenwechsel hin zur „Wiederentdeckung der historischen Stadt“ und die Förderprogramme für Modernisierungen und Sanierungen. Trotz dieser Maßnahmen ließ sich noch bis in die 90er Jahre beobachten, dass der Drang nach einem Einfamilienhaus im Grünen und somit das Abwandern in den suburbanen Raum anhielt. Mittlerweile lässt sich jedoch ein Trendwechsel ablesen.

Die Gründe dafür liegen beispielsweise in der „Kindermüdigkeit“ der Deutschen oder auch in der gesteigerten Erwerbstätigkeit der Frau, sowie in den steigenden Pendlerbelastungen, die ein Leben im Vorort nach sich ziehen. Aber auch durch Modernisierungen und den Rückbau der „autogerechten Stadt“ und dem damit verbesserten Stadtklima, sowie Qualitätssteigerungen des Wohnumfelds machen das Leben in der Stadt wieder attraktiv. Sicherlich einer der größten positiven Faktoren, sowohl für junge als auch für ältere Menschen, ist die Nähe zu Bildungs-, und Dienstleistungseinrichtungen, Ärzten, Einkaufsmärkten und Freizeitveranstaltungen. Durch diesen Standortvorteil können die alltäglichen Bedürfnisse leicht abgedeckt werden.

Gleichzeitig bringt eine zunehmende Urbanisierung negative Faktoren mit sich, die der Stadt als attraktiver Lebensraum entgegenwirken. Verdichteter Straßenverkehr führt zu steigenden Lärmund CO²- Emissionen, sowie zu erhöhter Unfallgefahr. Soziale Konflikte erzeugen Angsträume und damit einhergehend ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis bei den Einwohnern. Zudem werden größere Einkaufsläden wegen zu hoher Mieten und autofreundlicheren Standorten oftmals in die Peripherie ausgelagert, womit die Möglichkeiten zur Deckung der täglichen Bedürfnisse für die Bewohner im Innenstadtbereich erschwert werden.

Die Wanderungsbewegungen in Städten hängt also von verschiedenen vielschichtigen politischen, sozialen und gesellschaftlichen Faktoren ab.

Modernes Stadtwohnen muss daher ein ausgewogenes Verhältnis zwischen all diesen Faktoren schaffen und differenziert auf verschiedene Lebensstile, Alters- und Einkommensgruppen eingehen. Dafür ist eine Entwicklung geeigneter Haus- und Wohnungstypen notwendig, die von dem Einraumapartment über verschieden große Wohnungen, Mehrgenerationenwohnen bis hin zu dem Einfamilienstadthaus „Townhouse“ diverse Wohnformen ermöglicht.