Städtebauliche Qualitäten

Der Standort wird auf zwei Weisen gelesen: Einerseits horizontal, und anderseits vertikal. Horizontal wird das Hauptgebäude, das ehemalige “Objekt 13”, als Kopf der existierenden Kammstruktur verstanden.

Weiterhin reagiert das  Hauptgebäude in der Akademiestraße in zwei Richtungen: In Richtung Grünstreifens im Westen und in Richtung bestehender Baustruktur im Osten.

Den Bezug zu seinen benachbarten Gebäuden nimmt es auf, indem es sich einem ähnlichen Takt in vertikaler, als auch horizontaler Richtung anpasst und zugleich einen massiven Charakter aufweist.

Freiraumqualitäten

Vertikal gelesen definieren die beiden Baufelder den Schwellenraum zwischen der offenen Landschaft im Süden und dem Stadtzentrum im Norden und formen ein Tor zur Stadt.

Der Bezug zur Grünachse wird durch Einkerbungen im Erdgeschoss, die so wie die Baumkronen Schatten auf die Passanten werfen und durch großzügige Blickbezüge zur Landschaft und zur Festung geschaffen.

Schwellenräume

Architektonische Qualitäten

Der Eingang des Hauptgebäudes bildet einen Schwellenraum, in dem der Besucher vom offenen Freiraum durch den überdeckten Vorraum, über der angehobenen Rampe in den Kern, ein „innerer Außenraum“ des Gebäudes geleitet wird.

Dieser wird  natürlich belüftet und belichtet. Die angekoppelte Terrasse, eine auf die Höhe der Baumkronen angehobene öffentliche Zone, gewährleistet erneut den Bezug zum Grünen.

Funktionalität

Im Allgemeinen werden die verschiedenen Bereiche vom Kern aus erschlossen. Direkt an diesem sind Kommunikationsbereiche gekoppelt, die vom natürlichen Licht und der hohen Verkehrsfrequenz profitieren. Um diesem Zentrum bildet sich ein Ring aus Service-Bereichen, die jenes und einen äußeren Ring bedient und als ein Filter zwischen diesen beiden Zonen fungiert.  Der äußere Ring übernimmt privatere Funktionsbereiche, die von der ruhigeren Position und der Aussicht profitieren.

Die Funktionszuteilung ein Diagramm, in alle 3 Achsen im Raum, das ruhigere und regere Zonen beschreibt. Simultan wird die Zirkulation durch alle drei Gebäude der Akademiestraße aufgenommen und gestärkt.

Die Pädagogischen Hochschule und der Praxisvolksschule wurden auf jeweils der Akademiestraße und der Viktor-Keldorfer-Straße verteilt. Dadurch wird ein minimaler Verkehr zwischen den beiden Bauplätzen erzielt und die unterschiedlichen Benutzergruppen bekommen ihren individuellen, geschlossene als auch offene Bereiche. Dies führt zur Aufhebung möglicher Konflikte in der Zirkulation, den Eingangsbereichen und den Pausenhöfen.

Wirtschaftlichkeit, Optimierung

Beide Neubauten erhalten eine identische Fassadengestaltung und bilden somit eine Einheit. Die Gestaltung unterliegt einem strikten 5-Meter-Raster: Die Dimensionierung der Lehrbereiche im äußeren Ring passen sich dem 5m-Takt und die Service-Bereiche einem 5/2-Takt an. Mit der Durchsetzung dieses einheitlichen Rasters wird zudem ein vereinfachtes statisch konstruktives System ermöglicht.

Sowohl die daraus resultierende Konstruktion, als auch das systematische Vorgehen wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes aus.

Durch die Konzentration eines klar lesbaren und funktionsfähigen Raumprogrammes bleibt die Gestaltung dezent im Äußeren, jedoch großzügig im Inneren. Somit ergibt sich ein kompakter, klarer Baukörper, der eine effiziente Gesamtlösung anstrebt, ohne das Gesamtbudget auszureizen.

Ökologische Aspekte

Aus selbstverständlichen Überlegungen, elaubt die Anatomie des Gebäudes eine natürliche Ventilation, als auch Besonnung im Inneren des Körpers, währenddessen die Räume nach ihrer Belichtungsbedürfnissen im äußeren Ring verteilt wurden.

credits

architects: Josep Ferrando, David Recio, Alfredo Peñafiel  |  collaborator: Marc Méndez, Andreas Karamalikis, Giulietta Hidalgo, Claudia Ferrer  |  status: Competition (2013)  |  visualizer: Play-Time architectonic images  |  scale: large  |  types: education, school  |  views: 2.101