Sluderno Kindergarden
0560-MAR-BZO.IT-2011
Architect: MAR Office
Status: Competition (2011)
Visualizer: Studio
Scale: 1.680 ㎡ Medium
Types: Education, Nursery

Project Description

Das Gebäude fügt sich zwischen zwei bestehenden Strukturen ein, der Grundschule und dem Mehrzweckgebäude. Die Projektstrategie ist ein Volumen zu verwirklichen, welches sich den besonderen Bedingungen der Lage anpasst: Schatten, natürliches Licht und direktes Verhältnis zur Ortschaft und der umliegenden Landschaft.

Das Volumen funktioniert wie ein gerader Strich, welcher der Länge nach ins Zentrum der Projektzone gesetzt wurde und dessen besetzte Fläche die sich den Grenzabständen annähert. Dies begründet einen Umstand der größtmöglichen Verwendung der umliegenden Grünflächen, welche von allen vier Seiten zugänglich sind, und erlaubt eine Sichtdurchlässigkeit der Zone durch die Entstehung neue Relationen. Das Gebäude ist strategisch optimal im bestehenden Netz der Fußgänger- und befahrbaren Strecken positioniert.

Das Projekt verarbeitet ein neues Verbindungselement zwischen Stadtraum und internem Raum: eine öffentliche Straße, welche sich entlang der gesamten Zone erstreckt und die verschiedensten Funktionen verbindet, wie die Grundschule, die externen Sport- und Freizeitzonen, den didaktischen Naturpark und das Kindergartengebäude-Proberaum.

Das Volumen integriert sich mit der Straße und begründet seine beiden Hauptzugänge, indem eine einzige Eingangsfront geschaffen wird. Das erste für den Kindergarten ist wie die Verdoppelung der öffentlichen Straße konzipiert, welche sanft auf die Quote von +1,50 m des Eingangs steigt. Das zweite für die Musikprobe entsteht ebenfalls wie eine natürliche Fortführung der Straße, indem eine Strecke begründet wird, welche das Gebäude der Länge nach schneidet und auf die Eingangsquote von -2,00 m sinkt. Diese Fußgänger- und befahrbare Strecke ist wie ein dienstbares Element für das gesamte Gebäude konzipiert.

Die direkte Verbindung zum Fahrstuhl, welcher alle Ebenen verbindet, garantiert die Überwindung der architektonischen Barrieren, eine rasche Be- und Entladung der Waren und einen Zugang für das Dienstpersonal. Der Rundraum cul-de-sac für Manöver und kurze Haltemöglichkeiten verbindet sich mit dem Garten auf der südöstlichen Seite über eine Abstufung, und wird so zu einem aufs Rondell gerichteten multifunktionalen Spielplatz.

Der Kindergarten-Musikprobe entsteht aus dem Dialog zwischen dem Bestehenden und einer innovativen und rationellen Organisation der Programmfunktionen. Als Gegentendenz zu den für diese Aktivitäten gedachten Flächen wird im Inneren eine Abteilung von zusammenhängenden Flächen angeboten mit dem Ziel ununterbrochene, definierte und flexible Räume zu begründen wobei der Gebrauch des Korridors als Projektelement minimiert wird. Alle Zusammenhänge innerhalb des Projektes werden zu Treffpunkten, Spielplätzen oder zu Momenten der Beziehung mit dem Äußeren zu unterschiedlichen Quoten.

Die Unterscheidung der Funktionen wird von der Klarheit der Volumen unterstrichen. Das Gebäude bietet zwei verschieden Funktionen in drei diversen aber zusammenhängenden Volumen Raum: das Musikprobelokal besetzt das Kellergeschoss und Teile des ersten Stockes; bei der Quote -2 ist es von einer ununterbrochenen Außenmauer mit einer Holzverkleidung mit Französisch Fischgrät Pattern, welche von der äußeren Strecke entsteht und sich in all seiner Länge entwickelt und somit den Raum wie ein halb offenes Zimmer mit starker Bindung zur öffentlichen Fläche charakterisiert; Die öffentlichsten Funktionen des Kindergartens, die Dienste und der Mehrzweckraum besetzen den übrigen Teil des ersten Stockes und stellen sich somit in klarem und direktem Verhältnis zu den anderen Teilen und den umliegenden Gebäuden (Grundschule und Altersheim);

Im letzten Stock werden die vier Sektionen untergebracht. Die Analyse des funktionalen Programms hat zur Entscheidung gebracht, dass sich die Hauptfunktion der Didaktik (560 m²) auf einer einzigen Ebene abspielen sollte, ein „Stock für Kinder“, in welchem sich die Aktivitäten auf autonome und flexible Art und Weise abspielen können. Dieser Raum ist imstande auf den unteren Stock über die großzügige Glasrampe, welche sich mit dem Mehrzweckraum verbindet, überzugreifen und schließlich auf den äußeren Garten, welchen man über einen künstlichen Hügel betritt. Das obere Volumen, welches wie ein Nest aufgesetzt ist, ist ein heller und geschützter Raum, welcher sich mit der Umgebung auf 360 Grad verbindet.

Die internen Proportionen, die Höhe, der Rhythmus der Struktur kommen den Interessen der Kinder entgegen. Alle Klassenzimmer sind südöstlich positioniert, sodass sie von den einfallenden Sonnenstrahlen profitieren. Auf den nordwestlichen und nordöstlichen Seiten verbreitet sich das Volumen sprunghaft im Vergleich zu den untenstehenden Teilen und bietet somit einen sicheren Schutz für die Haupteingänge und die Wartemomente.

Jede dieser drei Ebenen ist mit einem beweglichen Element in seinem Inneren bereichert: Auf der Ebene -2 hat man ein verschiebbares Tor in Halbkreisform, welches erlaubt den Raum des Rondells zu kontrollieren und zu verändern indem  das Tor geöffnet oder geschlossen wird und so ein kleines Amphitheater zu erzeugen. Im ersten Stock, eingebunden im Inneren des Mehrzwecksaales, findet man eine Box mit der Funktion eines Magazins, welche an der Decke auf Rädern und Geleisen gestellt ist und somit fähig ist die Gestalt des Raumes zu verändern. Im letzten Stock sind die Räumlichkeiten für die didaktischen Aktivitäten von beweglichen Wänden getrennt, welche eine völlige Flexibilität erlauben und verschiedene Unterrichtsmethoden unterstützen.

Der Standort der verschiedenen Umgebungen, entworfen durch das Studium der Strecken und der Verbindung zwischen den Programmteilen, erlaubt einen unabhängigen Gebrauch der Funktionen und deren Eingliederung in den städtischen Raum. Diese Strategie gilt ebenso für die externen Grünflächen.

Die öffentliche Strecke und die Position des neuen Gebäudes definieren vier Hauptzonen: der Spielplatz des Kindergartens, der Freizeitplatz der Grundschule, der Sportplatz und der Naturpark. Die ersten beiden entstehen um den Kindergarten herum und gegenüber der Grundschule, von welcher sie den Eingang bestimmen. Sie sind wie natürliche Grünflächen mit unterschiedlicher Baumdichte, hauptsächlich Laubbäume, gedacht. Im Inneren sind Sitzbänke angebracht und Spielelemente für die Kindergartenkinder, ein Brunnen sowie ein runder Sandkasten.

Die Freizeitfläche der Grundschule stellt in ihrem Inneren eine größere Komplexität dar; sie verbindet sich direkt mit dem Hauptweg über ein Deck aus Holz, welches den Eingang der Schule, sowie Übergangs- und Halteelement darstellt. Seitlich ist eine kleine Freizeitzone aus dünnem Kies positioniert, welche entlang einer langen Sitzreihe aus Holz gekennzeichnet durch eine doppelte Sitzmöglichkeit führt. Überquert man das Deck gelangt man direkt zur Sportzone, welche aus einem Mehrzweckspielplatz sowie einer Grünfläche für die Turnübungen besteht, und die Bäume ermöglichen Schatten- und Erholungszonen.

Die Sportzone ergänzt sich mit den beiden 60 m langen Laufbahnen, welche sich mit dem angrenzenden öffentlichen Weg überlagern. Eine Freitreppe durch weiche Linien definiert und zum Spielplatz und Weg gerichtet, verbindet die Zonen mit der Quote des Sandfanges und funktioniert somit sei es als Sitzelement als auch als Verbindungselement mit dem oberen Teil der Ortschaft. Die Wartung des Sandfanges erfolgt entlang der nördlichen Seite, wo es möglich ist sich mit einem Fahrzeug zu nähern um die notwendigen Operationen durchzuführen.

In der vom Sandfang und den Grenzen der Kirche und des Altersheimes begrenzten Fläche wurde der Naturpark angesetzt. Der Bereich ist von einer Fläche aus feinem Kies gekennzeichnet, auf welcher große Gefäße für die Pflanzen gestellt werden, umgeben von Sitzmöglichkeiten. Die Gefäße, konzipiert als didaktische Elemente, sind für die natürlichen lokalen Essenzen, für die alpinen Gärten und die Arzneipflanzen bestimmt und geben somit die Möglichkeit nicht nur eine Spiel- und Lebensfläche zu haben, sondern auch eine Lernfläche. Entlang des öffentlichen Weges sind Apfelbäume gepflanzt, auch diese für Lernzwecke geeignet.

Team: Renato Juarez Corso, Paola Mongiu | Engineer: Paolo Carlesso | Model maker: Stefano Goffi | Post date: 17/08/2012 | Views: 2.227